Sierra de Huétor
Spanien
2025

Peñón del Majalijar


29. 11. 2025

Peter Schrammel

Wetter

wolkenlos

Bewertung 

****: Aussichtsreiche, alpine Rundtour über den höchsten Gipfel der Sierra de Cogollos

Wegverlauf

Prado Negro, Loma de las Chorreras, 1345m - Abzweigung, 1615m - Peñón del Majalijar Ostgipfel, 1880m - Hauptgipfel, 1889m - Collado del Caracol, 1715m - Abzweigung - Loma de las Chorreras

Höhenmeter

635m

Weglänge

10km

Zeitaufwand

3h30 (0:35 + 1:00 + 0:15 + 0:45 + 0:30 + 0:25)

Kondition 

D

Schwierigkeit 

I: einige Stufen auf dem Ostgrat 0+; ein kurzer Zackengrat (I+) kann auf der Südseite umgangen werden; eine Stufe I- zum Ostgipfel; ein paar Stufen zum Hauptgipfel 0+; Umgehung des Hauptgipfels auf der Nordseite: eine höhere Stufe I; weiterer Abstieg je nach Wegwahl zumindest 0+

Gefährlichkeit 

4: Ostgrat 3; Rampe zum Hauptgipfel 4; Umgehung des Hauptgipfels auf der Nordseite 3-4; Gipfelbereiche !!!

Besucheraufkommen 

c: Viele Leute nur von der Ferne gesehen. Viel los am Gipfel des Peñón del Jorobado.

Bemerkungen

Abstieg zum Collado del Caracol: Von der Karstkuppe (1810m) sofort nordwestlich halten, um in einer ausgeprägten, breiten Rinne abzusteigen. Geht man zu weit westlich weiter, wird das Gelände immer steiler und endet in einer Felswand - man kann auch dort noch rechtzeitig auf einem Band nach Nordosten (!) queren und dort über eine 3m Stufe (I+) in die Rinne absteigen.

Bericht

Am vorletzten Tag meiner Granada-Woche wollte ich noch eine nicht zu große Bergtour machen und im Anschluss Guadix und seine Badlands einen Besuch abstatten. Der Peñón de Majalijar war mir am Vortag schon ins Auge gefallen und er lag am Weg. Daher fuhr ich nach 6 Uhr 30 auf der A-92. Da ich den Ausgangspunkt nicht ordentlich ins Navi eingeben konnte, fuhr ich eine Ausfahrt zu früh ab. Nach einem Blick auf die Karte war aber alles klar und ich fand den Ausgangspunkt im nächsten Versuch samt Parkplatz am Straßenrand. Um 7 Uhr 45 marschierte ich eine Forststraße zu einer Almwiese mit tollem Blick auf die breiten Südwände des Majalijar. Es war schon relativ hell, aber die Sonne noch nicht da. Nach einem neuen Wasserbehälter und der Querung eines alten Bewässerungskanals, der den Berghang entlangführt, wurde der Weg steiler. Plötzlich war die Sonne da und ich musste mich beeilen, einen Punkt mit freier Sicht auf die Felswände zu erreichen, die jetzt in strahlendem Orange durch die Bäume leuchteten. Das Farbenschauspiel war prachtvoll gewaltig. Ich ging weiter zur Weggabelung, die durch einen riesigen Felspilz markiert ist. Jetzt leuchtete die riesige Felsnase in Dunkelgelb, während ich meinen Weg nach Osten fortsetzte. Von dort wollte ich über einen Weg, der allerdings nur auf OpenStreetMap eingezeichnet war auf den Ostgrat gelangen. Weder eine eindeutige Abzweigung noch klare Steigspuren waren vorhanden. Allerdings war das Gelände nicht allzu steil; daher ging ich langsam in Serpentinen den Hang hinauf. Einem Weg begegnete ich nicht; erst auf dem Grat konnte man Steigspuren erkennen. Hier wurde der Blick in die dahinterliegenden Hochtäler frei. Ein kühn auf dem steilen Südrücken reitender Felsdaumen zog immer wieder meinen Blick auf sich. Der Grat war zum Teil felsig, die Wegfindung aber einfach. Nur auf das stachelige Gestrüpp, das den Boden bedeckte, musste man aufpassen. Einige Male musste ich mir Stacheln aus den Handflächen und Wadeln herausziehen. An einer Stelle verengte sich der Grat zu einem Zackengrat, den ich sogleich überkletterte. Auf einmal dachte ich mir, dass sich hinter der nächsten Felskuppe etwas bewegt hatte. Vorsichtig nahm ich meinen Fotoapparat heraus. Als ich über die Felskante lugte, schaute ich auf weniger als 5m Aug in Aug in das Gesicht eines Steinbocks. Ich machte ein paar Fotos. Inzwischen hatte sich der Steinbock langsam in die Abhänge des Ostgipfels entfernt. Da bemerkte ich, dass sich dort noch ein paar weitere Steinböcke aufhielten. Auch auf dem Kamm nahe des Ostgipfels war ein Tierkopf zu erkennen; durch das Zoom der Kamera identifizierte ich ihn allerdings als Kuh. Über ein paar Felsstufen stieg ich zum Ostgipfel auf, der mit einem Betonzylinder markiert war. Die Kuh war in der Zwischenzeit im Gestrüpp abgetaucht. Der erwartete direkte Tiefblick vom Ostgipfel nach Süden blieb aus, da die markante Felsnase, die ich während des Aufstiegs bewundert hatte, diesem deutlich vorgelagert ist. Ich hielt mich nicht allzulange auf und stieg wieder auf den Kamm ab, der die beiden Gipfel verbindet. Rostige Reste von Weidezäunen säumen den Weg. Der Hauptgipfel ist auch ein nach allen Seiten senkrecht abfallender Felskopf, der über Stufen und ein Felsband von Norden her erklommen werden kann. In einer Felsnische hing dort sogar ein bisschen Eis von der Wand. Gegen 9 Uhr 45 hatte ich den Gipfel erreicht. Der Himmel war fast wolkenlos und die Fernsicht grenzenlos. Während der Gipfeljause genoss ich das Panorama zum nahen Höhenrücken der Peña de la Cruz im Norden, die wilden Felsgrate im Tal dazwischen, allen voran der Peñón del Jorobado, auf dessen Gipfel sich die Wanderer drängten; der formschöne Peñón de la Mata, den ich am Vortag bestiegen hatte; die Gipfel der Sierra Nevada, die ihrem Namen alle Ehre machten; und im Osten öffnete sich ein riesiges Becken mit den zerfurchten, rötlichen Badlands von Guadix. Eine Wandergruppe, die von Westen kommend den Weg über den Kamm suchte, scheuchte die weidenden Schafe auf. Um 10 Uhr 20 ging ich weiter. Nach einem Blick in die Nordwestabfälle, entdeckte ich ein nicht allzu ausgesetztes Band, das mich auf die Westseite bringen könnte. Das erschien mir wesentlich interessanter, als auf der Südseite um den Gipfelaufbau herumzugehen. Das Band endete an einer Felskante, von der ich nur 2m abklettern musste und schon war ich auf dem Westrücken, der nach Norden senkrecht abfällt. Ich musste einige Kuppen überwinden. Auf der ersten war der Kalk mehr porös als kompakt; die zweite war von Karren so zerfurcht, dass man sich bei jedem Schritt zweimal den Knöchel brechen hätte können. Beim Abstieg hielt ich mich zu weit südlich, sodass ich die breite, grasige Rinne, die nach Nordwesten hinunterführte versäumte und in immer steileres Gelände gelangte. Daraufhin querte ich nach Nordosten und fand ein Band das mich letztendlich über eine Kletterstufe in die Rinne brachte. Auf der grasigen Ebene des Collado del Caracol war eine Nasca-mäßige Spirale mit kleinen Steinen aufgelegt. Dort erreichte ich den Weg der vom Peñón del Jorobado herüberzieht. Hier waren jetzt einige Wanderer unterwegs. An einem gewaltigen höhlenartigen Überhang vorbei gelangte ich wieder zur Weggabelung und von dort zurück hinunter zum Auto, wo ich zu Mittag eintraf.



Impressum