Sengsengebirge und Reichraminger Voralpen
Österreich
2022

Schoberstein und Hochbuchberg


22. 9. 2022

Peter Schrammel

Wetter

bewölkt

Bewertung

***: Fast schon ein Klassiker

Wegverlauf

Trattenbach Bahnhof, 334m - Mandlmais, 1040m - Schobersteinhaus, 1260m - Schoberstein, 1285m - Schobersteinhaus - Pfaffenboden, 1032m - Grünburger Hütte, 1080m - Hochbuchberg, 1273m - Grünburger Hütte - Pfaffenboden - Trattenbach Bahnhof

Höhenmeter

1264m

Weglänge

28km (25 + 3)

Zeitaufwand

3 1/2h (1 1/3 + 1/2 + 1/12 + 1/12 + 1/4 + 1/6 + 1/3 + 1/4 + 1/6 + 1/3)

Kondition

F

Schwierigkeit

++, 0: feinschottrige, tw. sehr steile Forststraße ++; tw. felsige Wanderwege

Gefährlichkeit

2: Steilabfälle am Forststraßenrand; Gipfelbereich des Schobersteins!

Besucheraufkommen

c: einige Wanderer und E-Mountainbiker

Bericht

Ich hatte 10 Tage Urlaub in Österreich. Die Wettervorhersage war allerdings sehr bescheiden. Daher musste ich jeden halbwegs akzeptablen Tag nutzen. Die Schneefallgrenze war angeblich auf 1300m. Um mir die Bedingungen anzuschauen, beschloss ich mit einer Mountainbiketour auf den Schoberstein zu beginnen. An sich wäre die Tour gut per Bahn erreichbar; allerdings war die Ennstalbahn gesperrt. So, fuhr ich mit dem Auto zum Bahnhof in Trattenbach. Dort war wegen Asphaltierungsarbeiten kaum ein Parkplatz frei. Ich ergatterte gerade das letzte freie Eck. Nach 10 Uhr radelte ich die Straße durch Trattenbach entlang des Wildbachs hinauf. Die Felsen des Schobersteins trohnen mächtig oberhalb der Ortschaft. Der Himmel war bedeckt. Eine Pensionistengruppe spazierte zum Museum. Beim ersten Bremsen bemerkte ich, dass meine Scheibenbremsen sehr weich gingen. Das hätte ich wohl zu Hause noch einmal kontrollieren sollen. Die Bremskraft war ausreichend, aber grenzwertig. Beim Hinunterfahren würde ich also sehr aufpassen müssen. Die Straße führt in Serpentinen zu einem Bauernhof, von wo eine Forststraße mit dem Schild „Fahrverbot gilt nicht für Radfahrer" weiterführt. Der Wald war etwas herbstlich gefärbt und der Schreibachfall hatte ganz schön viel Wasser. Nach einer Jagdhütte wird die Forststraße wahnsinnig steil. Meine Kondition reichte kaum aus, um das Durchzudrücken. Einmal musste ich absteigen - das Aufsteigen war dann allerdings wieder eine Herausforderung. Eine Wandererin kam mir entgegen. Nachdem ich die Jagdhütte am unteren Pfaffenboden passiert hatte, sah ich zwei E-Biker vor mir, die aber schnell aus Sichtweite gerieten. Nach dem Sattel am Mandlmais führt die Forsttraße etwas bergab auf die Südseite des Berges. Ein Radler kam mir mit Jacke bekleidet entgegen, während ich in kurzer Hose und kurzem Leiberl unterwegs war. Einige weitere Wanderer waren von der Mollner Seite unterwegs. Zu Mittag erreichte ich die erst kürzlich erweiterte Hütte. Einige E-Bikes standen bei den Aufladestationen und die Terrasse war trotz der jetzt fühlbar niedrigen Temperaturen ganz schön voll. Ich ging gleich weiter zum Gipfel, der von einem eigenartigen Metallturm gekrönt wird. Die Fernsicht nach Trattenbach, Ternberg und Steyr war gar nicht so schlecht. Nach Süden hin waren die Berge aber tief mit Wolken verhangen. Man konnte zwischendurch aber Teile des Sengsengebirges und des Toten Gebirges erkennen. Der Schnee reichte nordseitig auf ca. 1500m herunter. Ich ging zurück zur Hütte und aß einen Bauernkrapfen mit Kaffee. Ich zog mir meine Jacke an, um es auf der Terrasse auszuhalten. Nach 13 Uhr fuhr ich zurück zur Mandlmais. Die Bremsen funktionierten gerade ausreichend; große Vorsicht war allerdings geboten. Nach einer kurzen Abfahrt und Auffahrt um den Steinbruch herum und hindurch erreichte ich den Pfaffenboden-Sattel. Von dort war es nur mehr ein kurzes Stück zur Grünburger Hütte, wo ich das Radl abstellte und zu Fuß durch den Wald auf den Hochbuchberg wanderte. Die Aussicht war hier nicht viel besser. Beim Abstieg musste ich mit den Radschuhen auf den glitschigen Felsen sehr aufpassen. Gegen 14 Uhr 30 machte ich bei der Hütte noch eine kurze Pause, bevor ich wieder zurück zum Pfaffenboden fuhr und mich dann vorsichig hinunter ins Tal bremste. Nach 15 Uhr packte ich das Rad wieder ins Auto und fuhr zurück nach Amstetten.


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