Ennstaler Alpen
Österreich
2009

Rosskar


17. 4. 2009

Georg Schreil, Peter Schrammel

Wetter

heiter bis leicht bewölkt

Bewertung

***: Frühjahrsklassiker mit langem Zustieg

Wegverlauf

Oberlaussa, 691m - Rosskarscharte, 1964m - Oberlaussa

Höhenmeter

1275m

Weglänge

14km

Zeitaufwand

4 2/3h (3 2/3 + 1)

Kondition

F

Schwierigkeit

II-III: im unteren Teil des Kares langsam steiler werdend bis zu 37°, im oberen Teil östlichere Variante bis 36°, weiter westlicher flacher

Gefährlichkeit

3

Besucheraufkommen

c

Bemerkungen

LW 1-2

Bericht

Bereits um 7:50 waren wir in Oberlaussa, hatten Schier und Schuhe auf den Rucksack geschnallt und marschierten taleinwärts, um auf Schneesuche zu gehen. Die erste Schneeflecken fanden wir am Talschluss, die sich langsam zu einem breiter werdendes Schneeband aneinanderreihten, bis man die Forststraße verlässt. Dort war eine Riesenlawine vom Bärenkar abgegangen, sodass die zerfetzten Bäume nur so kreuz und quer herumlagen. Am Rande des Lawinenkegels stiegen wir flach hinauf. Die untere Felsbarriere des Rosskars wird westseitig durch ein breites, trogartiges Tälchen umgangen. Eine 4er Gruppe war vor uns, und ein erster Tourengeher kam auch schon wieder heruntergefahren. Plötzlich rutschte von der Gruppe vor uns im ersten steilen Harschhang eine Frau ab. Als wir zu ihnen stießen, sahen wir, dass sie nur ein kurzes Leiberl und keine Handschuhe getragen hatte und sich alle Finger und Ellbogen abgeschabt hatte. Wir verbrauchten zwei Erste-Hilfe-Pakete, um ihre Hände halbwegs einzupacken, damit sie sich wieder Handschuhe und Jacke anziehen konnte. Mit zittrigen Beinen rutschte die Gruppe wieder langsam ins Tal hinunter. Über eine kurze, lästige, schmale Querung gelangt man in das obere Rosskar. Hier dürfte frühmorgens schon die Sonne hineingebrannt haben. Der Schnee war butterweich und das Hinaufkommen hier etwas mühsam. Die Osthänge waren generell schon ziemlich durchfeuchtet, daher blieben wir gleich in der schattigen, östlichsten Wanne des Kares, querten erst dann unterhalb der Felsen des Natterriegels Richtung Südwesten und quälten uns die letzten 50m im 20cm tiefen Sulz zur Scharte hinauf. Hier war es völlig windstill, und man hat einen schönen Ausblick nach Süden und Norden. Nach halbstündiger Pause gingen wir um 12:20 die Abfahrt entlang der Aufstiegslinie an, die nun wunderbare 5cm aufgegangen war. Im unteren Teil auf dem Lawinenkegel war es dann um einiges tiefer. Wenig später hieß es wieder Schi auf den Rucksack montieren, Turnschuhe anziehen und und die restlichen 2km zum Auto hinaustrotten.


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