Rottenmanner Tauern
Österreich
2009

Hochschwung


24. 4. 2009

Georg Schreil, Peter Schrammel

Wetter

heiter

Bewertung

****: Berg der Traumhänge

Wegverlauf

Parkplatz Gulling, 1082m - Hochschwung, 2196m - Parkplatz Gulling

Höhenmeter

1136m

Weglänge

13km

Zeitaufwand

3 3/4h (2 3/4 + 1)

Kondition

E

Schwierigkeit

II: im direkten Anstieg bis 35°, Anstieg über NW-Rücken empfohlen (<29°)

Gefährlichkeit

2: Vorsicht bei einer Wechte am Grat zum Gipfel

Besucheraufkommen

b: Wir waren die einzigen an diesem Tag von der Gulling aus. Die Infrastruktur im Tal betrachtend (Parkplatz für ca. 200 Autos, beheiztes WC, etc.) muss hier im Winter einiges los sein!

Bemerkungen

LW 1-2, Schneegrenze nordseitig ca. 1300m In die Strechau kann man nur mit einer Einheimischen-Zufahrtskarte hinein. Am besten beim AV Rottenmann fragen, um mit jemanden mitfahren zu können.

Bericht

Die Hitzewelle der letzten Wochen hatte dem Schnee arg zugesetzt, so suchten wir ein Ziel, wo man höher weggeht. Wir dachten uns ab 1100m wird nordseitig doch noch Schnee liegen. Als wir um Punkt 8 Uhr vom neuen großen Parkplatz in der Gulling abmarschierten, mussten wir feststellen, dass dem aber nicht so war. Wir wählten den Weg, so wie er auf der Tafel am Parkplatz eingezeichnet ist, und mussten zuerst einmal die Schi über eine Forststraße hinauftragen, dann auf einem steilen Bringweg entlang des Baches aufwärts, bis wir schließlich anschnallen konnten. Nach drei Kurven war aber schon wieder Schluss, und wir durften einen steilen Schlag hinauf zu einem Jagdgatter stapfen. An dessen oberen Ende war auf einer Forststraße wieder ausreichend Schnee. Weiter ging's in einer breiten, flachen Waldschneise, die anscheinend absichtlich für Schitourengeher freigehalten wird, bis zur nächsten Straße, die bösartigerweise komplett geräumt war, sodass wir uns auf schmaler Spur im Hang die Straße entlang kämpfen mussten. In gerader Linie stiegen wir durch lichter werdenden Wald schließlich ins Freie, von wo sich der Blick auf die herrlich weiten Hänge des Hochschwung, die völlig unverspurt waren, öffnete. Nach einer kurzen Stärkung - es war bereits 10 Uhr - wählten wir die direkte Linie aufwärts. Die Felle hielten hervorragend auf dem bis zu 35° steilen Hang; erst schon fast ganz oben mussten wir in ein paar Spitzkehren nach Südwesten queren, um den Gipfelgrat zu erreichen. Nach leichtem Auf und Ab erreichten wir um 11 Uhr den Gipfel. Ein Schitourengeher, der von der Strechau durch die Nordrinne aufgestiegen war, war schon am Gipfel. Ich hatte ursprünglich vor die Nordrinne hinunterzufahren und um das Sommereck herum wieder in die Nordwesthänge einzufahren; allerdings zeigte sich nun, dass die Hänge oberhalb der Reiterseen schon fast ausgeapert waren, darum entschieden wir uns, die Rinne auszulassen und marschierten den Grat wieder zurück und fuhren die unteren Steilhänge rechts liegen lassend ab. Wie auch schon beim Aufstieg waren die oberen 2cm etwas gepresst und darunter etwa 10cm Firn. Dieser Beinahe-Bruchharsch war zwar nicht ganz einfach, bot aber trotzdem ein tolles Fahrgefühl! Der mühsame Teil stand uns aber noch bevor: Im stumpfen Sulz unterhalb von 1700m mussten wir sogar abwärts anschieben. Für das letzte Stück der Abfahrt fuhren wir nun die Straße durch das Wildgatter hinunter - hoffend, dass der Schnee hier weiter ins Tal reichen würde - und wir kamen erstaunlicherweise mit ein paar kurzen Löchern auch bis ganz hinunter. Nachdem wir die 2m hohen Zäune wieder überklettert hatten, marschierten wir wieder zum Auto zurück. Kurz nach 13 Uhr traten wir die Rückfahrt über Rottenmann nach Weyer an.


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