Schladminger Tauern
Österreich
2008

Hochwildstelle


29. 8. 2008 - 30. 8. 2008

Georg Schreil, Peter Schrammel

Wetter

1. Tag: heiter, 2. Tag: wolkenlos

Bewertung

******: Rundtour auf den zweithöchsten Gipfel der Niederen Tauern

Wegverlauf

1. Tag: Untere Gfölleralm, 1079m - Riesachsee, 1338m - Preintaler-Hütte, 1657m; 2. Tag: Preintaler-Hütte - Hochwildstelle, 2747m - Neualmscharte, 2347m - Neualm, 1849m - Riesachsee - Untere Gfölleralm

Unterküfte

Zelt bei Preintaler-Hütte in einer Verflachung auf etwa 1690m nahe dem Weg Richtung Klafferkessel

Höhenmeter

1975m (1. Tag: +757/-149; 2. Tag: +1218/-1826)

Weglänge

22km (1. Tag: 7; 2. Tag: 15)

Zeitaufwand

8h (1. Tag: 2h (1 1/4 + 3/4); 2. Tag: 6h (3 + 3/4 + 3/4 + 1/2 + 1))

Kondition

CF

Schwierigkeit

I: schmaler mit ein paar Klampfen entschärfter Südgrat: durchwegs I, bei Nässe problematisch! Nordabstieg wenige Stufen I-, sonst 0+, brüchig

Gefährlichkeit

6: Riesachfälle 2, Südgrat luftig 6, Nordabstieg über die Kl. Wildstelle 5-6

Besucheraufkommen

d: beliebtes Ziel, viele Spaziergänger im Tal

Bemerkungen

8€ Parkgebühr für 3 Tage

Bericht

Nach einer Woche Segelkurs mit Julia meldete sich Georg bei mir, ob wir nicht das kommende Wochenende was unternehmen könnten. Etwas Zweitägiges bot sich an und so schlug ich die Hochwildstelle vor. Samstag früh fuhr ich von Wien nach Amstetten, kaufte noch das Nötigste ein, und gegen Mittag ging's weiter nach Weyer. Wir wollten erst später am Nachmittag aufbrechen, da es noch ziemlich heiß war. Nach weiteren mehr als zwei Stunden Autofahrt waren wir nach 15 Uhr am Parkplatz bei der Unteren Gfölleralm angelangt. Ein Anruf auf der Preintaler Hütte am Vortag ließ mich wissen, dass auf der Hütte kein Platz mehr frei wäre, so hatten wir natürlich auch Zelt, Matten, Schlafsäcke etc. in unseren eindrucksvollen Rucksäcken. Ziemlich flott stiegen wir auf dem neu angelegten Steig entlang der Riesachfälle hinauf. Auf Eisenleitern und Plattformen bekommt man dort im Auf und Ab direkte Einblicke in die enge Schlucht mit ihren "Wilden Wassern". Von der Oberen Gfölleralm hatten wir das Ziel des nächsten Tages schon im Visier noch mussten wir aber erst einmal bis zur Preintaler Hütte kommen. Die Sonne war noch immer gewaltig stark, als wir nach einem kurzen Abstieg zum Riesachsee Richtung Talschluss marschierten. Erst am Ende wird's ein bisschen steiler, und kurz nach 17:30 standen wir auch schon auf der Terasse der Preintaler Hütten und überlegten uns, ob wir uns fürs Abendessen heraußen oder doch lieber drinnen niederlassen sollten - die Sonne war nämlich schon fast hinter dem Bergrücken verschwunden und es wurde merklich kühler. Wir entschieden uns für die warme Stube und siehe da, wer saß am ersten Tisch? Tante Sigi, Onkel Hermann und Co - die waren schon die letzten drei Tage hier heroben. Sie meinten, es wäre eh noch genug Platz im Lager, aber jetzt, da wir das Zeugs schon heraufgeschleppt hatten, wollten wir es auch verwenden. Und so stellten wir nach dem recht guten Essen das Zelt auf einer kleine Ebene oberhalb der Hütte auf. In netter Gesellschaft verbrachten wir noch einen längeren Abend, bevor wir uns es im Zelt gemütlich machen wollten. Beim ersten Probeliegen machten sich die dicken Grasbüschel als unangenehme Unterlage bemerkbar, sodass wir das Zelt noch viermal hin- und herschieben mussten, bis es halbwegs passte. Das klare Wetter und die einsame Lage bescherte uns einen wunderbaren Sternenhimmel - überwältigend! Am nächsten Morgen spürten wir allerdings schon wieder die festen Knollen im Kreuz. Nach dem Frühstück wanderten wir etwa um 7:30 Richtung Hochwildstelle los. Zunächst geht es steil hinauf, dann etwas flacher in einem breiten Tal mit Ausblicken zu Waldhorn und allmählich auch Hochgolling. Das letzte Stück zum Grat führt über Schneefelder und an kleinen Lacken und Seen vorbei. Am Einstieg zum Grat trafen wir einen jungen norddeutschen Südsteirer, der die letzten Wochen von Bad Gastein bis hierher unterwegs war. Der Grat selbst ist einigermaßen luftig und gestaltete sich mit unserem großen Gepäck gar nicht so einfach. Über einige Türme und Blöcke näherten wir uns nach und nach dem Gipfel. Das letzte Stück vor dem Gipfel stellt eine unangenehm rutschige Querung in die Südwestflanke dar. Kurz nach 10:30 konnten wir die gigantische Gipfelwelt von Großglockner über Hochkönig, Dachstein, Salzkammergutberge, Totes Gebirge, Gesäuse und die einzelnen Gipfeln, die aus dem weiten Nebelmeer im Süden herausragten, genießen. Der Abstieg war dann um einiges leichter. Steil, etwas schottrig aber weniger ausgesetzt führt der Weg zuerst in eine Scharte hinunter und teilweise südlich des Gratrückens der Kl. Hochwildstelle vorbei hinunter zur Neualmscharte. Von dort flogen wir dann beinahe hinunter ins Tal - eine Stunde später waren wir schon beim Riesachsee und bald nach 14:30 trotz einer kleinen Verirrung wieder am Parkplatz. Gegen 18 Uhr war ich schließlich wieder in Amstetten angelangt.


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