Seckauer Alpen und Triebener Tauern
Österreich
2007

Gamskögel


14. 4. 2007

Maria, Georg und Rudolf Schreil, Peter Schrammel

Wetter

wolkenlos

Bewertung

****: Anspruchsvolle Schitour auf den höchsten Gipfel der Triebener Tauern

Wegverlauf

Bergerhube, 1198m, Gamskögel, 2386m, Bergerhube, 1198m

Höhenmeter

1188m

Weglänge

12km

Zeitaufwand

4 1/4h (3 1/2 + 3/4)

Kondition

E

Schwierigkeit

III-IV: durchwegs 35°+ bis zu 40° steile 300 Höhenmeter lange, schmale Rinne

Gefährlichkeit

3: Gipfelgrat

Besucheraufkommen

c: Es gab auch noch andere Verrückte!

Bericht

Nach diesem Problemwinter, der praktisch ohne Schnee in den Niederungen verlaufen war, wollten wir zum Saisonausklang doch noch eine Schitour machen. Möglichst hoch, nordseitig und früh aufstehen war die Devise bei prognostizierten 20°C auf 1500m! Bei prachtvollem Wetter schafften wir es aber leider erst um 8 Uhr von der Bergerhube wegzukommen. Zuerst galt es einmal rund 200 Höhenmeter, die Schi auf dem Rücken hinaufzuschleppen, bis sich die Schneeflecken zu halbwegs durchgängigen Streifen verdichteten. Danach ging es eigentlich ziemlich flott den Spuren folgend auf festem Harschdeckel aufwärts. Verlässt man unterhalb der von Schluchten zerfurchten Nordwände den Wald, quert man deren Abhänge südlich der markanten Gestalt der Königin nach Westen - ein paar einige Tage alte Grundlawinenkegel mussten wir uns zunächst tiefer haltend umgehen. Nach einer kurzen Pause im hinteren Talkessel, bis wohin wir nur im T-Shirt und am liebsten mit einer kurzen Hose aufgestiegen waren/wären - südseitig z.B. am Gr. Grießstein waren nur noch vereinzelte Schneeflecken zu sehen - mussten wir uns sputen, denn es standen uns noch gut 400 Höhenmeter in einer bis zu 40° steilen engen Schlucht bevor, die wir überwinden mussten, bevor der Harsch zu stark aufginge. Dieser Aufstieg gestaltete sich dennoch äußerst mühsam: Drei Schritte, Spitzkehre, drei Schritte, Spitzkehre, usw. Oben am Sattel angekommen, mussten wir die Schi zurücklassen, da der Gipfelrücken außer Resten einer Wächte schneefrei war. Nachdem der Nordhang nicht im Geringsten aufzugehen drohte, genossen wir noch eine gute Stunde die Aussicht und beobachteten andere Schitourengeher, wie sie ihre Spur geradewegs in Sackgassen noch vorhandener Schneeflecken hinein anlegten. Da die Prinzessinnenrinne von unten schon sehr eisig herunterblitzte, wählten wir den Aufstiegsweg für die Abfahrt. Dieser war noch immer extrem hart und rippig - ein Sturz bei der Steilheit und den überall des Wegs herausragenden Felsen absolut verboten. Nach unten hin wurde es aber immer mehr aufgefirnt, zur Waldgrenze hin schon mühsam gefährliche 20cm tief. Nach dem abschließenden Fußmarsch freuten wir uns, doch noch eine so schöne Tour gemacht zu haben, wohl wissend, dass es in dieser Saison die letzte Gelegenheit war.


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