Ennstaler Alpen
Österreich
2006

Bosruck


8. 9. 2006

Georg Schreil und Peter Schrammel

Wetter

wolkenlos, Fernsicht unendlich

Bewertung

****: Witzige Rundtour über diese frei über dem Ennstal aufragende Schneide

Wegverlauf

Ardningalm, 1037m, Arlingsattel, 1425m, Frauenmauer, 1845m, Bosruck, 1992m, Kitzstein, 1925m, Ardningalm, 1037m

Höhenmeter

1098m

Weglänge

8km

Zeitaufwand

3 3/4h (2/3 + 1 1/4 + 1/2 + 1/3 + 1)

Kondition

E: einige Gegenanstiege im Gratbereich

Schwierigkeit

B-C (II+), I: nordwestseitge Querung zum Einstieg, sehr rutschig Stellen I-; Einstieg bei Wegteilung zur Wildfrauenhöhle (Tafel), erste Wand B (I), dann auf schmalem Grat ca. 20m Meter sehr ausgesetzt B-C (II+), durch Benützung des Drahtseiles zur Fortbewegung erheblich einfacher; Abstieg einige Stufen I- bzw. I, weiter zur Frauenmauer eine Querung B, Kamin B (I); nordseitiger Aufstieg auf felsdurchsetzen Grasrücken A-B (I-), kleinere Felsstufen zum Gipfel bis I-

Gefährlichkeit

6: nordwestseitge Querung zum Einstieg sehr rutschig 5, Grat 6, im weiteren Verlauf meist 4-5, eine gesicherte Querung eines überhängenden Felsabbruchs; Übergang zum Kitzeck eine Querung auf der Südostseite 5, sonst meist 4

Besucheraufkommen

c: Früh-Aufstehen zahlt sich aus.

Bemerkungen

Klettersteigset nicht unbedingt notwendig, jedoch empfehlenswert!

Bericht

Das seltene Ereignis eines völlig wolkenlosen Wochenendes wurde genutzt: Tour 1 führte mich mit Georg auf den Bosruck. Ich war heuer sowieso noch keinen Klettersteig gegangen. Kurz nach halb 7 holte ich Georg ab und um 7:40 marschierten wir vom Parkplatz unterhalb des Gasthofes auf der Ardningalm ab. Ziemlich flotten Schrittes trabten wir in rege Diskussionen vertieft zum Arlingsattel. Die Felswände des Bosrucks strahlten in der bereits hoch stehenden Sonne; die letzten Nebelreste im Tal waren im Auflösen begriffen. Danach ging es durch Latschen steil aufwärts, bis uns eine lästige, weil extrem feuchte Querung auf der Nordostseite des Grates, wo wir einige Felsen sicherheitshalber in der Steilwiese umgingen, zum Einstieg des Klettersteiges führte. Zuvor hatten wir bereits den ersten Blickkontakt zum Gipfelkreuz, wohlwissend, dass da noch einiges dazwischenläge. Beim Einstieg kann man in die Südostwand zur Wildfrauenhöhle absteigen, was wir uns an diesem Tag sparten; so legten wir unsere Ausrüstung an und packten es an: Der Klettersteig ist weder allzu lang noch allzu schwierig, da das Drahtseil, wenn man es zur Fortbewegung benützt, die Route sehr vereinfacht. Weiters ist auch nur eine nicht notwendige Trittklammer vorhanden, ansonsten kann man "gesichert" ausgesetzte Felskletterei bis II+ genießen. Es geht auch gleich schön steil, aber nicht allzu schwierig los. Die Schlüsselstelle ist dann ein schmaler Grat, wo man froh ist, dass man irgendwo eingehängt ist. Nach zwei Zwischenabstiegen, einigen ungesicherten Felsstufen und zwei weiteren kurzen, gesicherten Abschnitten, eine Querung und ein Kamin, erreichten wir die kühne Frauenmauer mit Gipfelkreuz. Es folgt ein Abstieg mit herrlichen Tiefblicken bei einer Querung, bevor es weiter über einen Schrofenrücken, der teilweise mit Drahtseilen versehen ist, und zuletzt in einer steilen, schottrigen Felsrinne zum Gipfel emporgeht. Um 10:20 konnten wir dort die grenzenlose Fernsicht vom Wiesbachhorn bis ins Mühlviertel genießen. Besonders beeindruckend war die nahe Kette der Haller Mauern und der imposante Felsklotz des Grimming. Nach der obligaten Gipfeljause traten wir kurz nach 11 Uhr die Gratüberschreitung weiter zum Kitzstein an. Diese erfordert zwar einen sicheren Tritt, sie beinhaltet allerdings keine Schwierigkeiten und ist auch nicht extrem ausgesetzt. Kurz nach dem Kitzstein stiegen wir steil über erdige Wiesen mehr oder weniger die Direttissima hinunter. Auf der Alm kamen wir einmal ein wenig vom eigentlichen Weg ab, gelangten aber zuletzt auf einer Schotterstraße zum Ausgangspunkt, von wo wir um 12:30 zurück nach Weyer zum Mittagessen fuhren.


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