Ennstaler Alpen
Österreich
2005

Hochtor


15. 10. 2005

Peter Schrammel, Georg und Maria Schreil

Wetter

wolkenlos, Nebeldecke im Tal

Bewertung

******: Rundtour auf den König des Gesäuses

Wegverlauf

Ghf. Kölbl, 872m, Hochtor, 2369m, Hess-Hütte, 1699m, Ghf. Kölbl, 872m

Höhenmeter

1615m

Weglänge

17km

Zeitaufwand

6 1/6 h (3 1/6 + 1 1/2 + 1 1/2)

Kondition

G: lange Tour in alpinem Gelände, aber auch der längliche Abstieg zieht sich in die Länge

Schwierigkeit

I, A-B: Schneeloch eine kurze Wand und eine kurze Stelle vor dem Gipfel I, sonst oft bis I-; Josefinensteig teilweise Drahtseile A-B, sonst durchwegs ungesichert bis I-

Gefährlichkeit

5: Schneeloch kürzere Passagen 5, einige Querungen 4, sonst zumeist 3; Josefinensteig Querungen im oberen Teil 5, sonst großteils 4-5

Besucheraufkommen

c: kaum was los trotz sonntäglichen Kaiserwetters

Bemerkungen

Tour in beide Richtungen gut: Josefinensteig mehr Kletterei, aber auch im Abstieg nich unangenehm; Schneeloch im Abstieg etwas giftig, Kletterstellen vielleicht ums Gspürn schwieriger, landschaftlich schöner

Bericht

Der Oktober offerierte heuer schon eineinhalb Wochen Kaiserwetter. Diesen Sonntag schafften wir es aber tatsächlich einmal. Obwohl ich am Vorabend noch einem Konzert im Musikverein gelauscht hatte, gelang es mir um 6 Uhr in Weyer einzutreffen, um Georg, der eine gröbere Nacht hinter sich hatte, und Maria abzuholen. Im dichten Nebel kämpfte ich mich über die Buchau und hinein zum Kölblwirt in Johnsbach, wo uns schon blauer Himmel entgegenstrahlte. Nicht gerade bei Juli-Temperaturen ging es kurz nach 7 Uhr los den breiten steilen Trampelpfad empor. Vor einer Wiese trennen sich die Wege ins Schneeloch und auf die Hess-Hütte. Durch herrlich verfärbten Lärchenwald stiegen wir weiter hinauf, überholten zwei Kletterer, die Richtung Ödstein, dessen gewaltige, weiße Wände sich vor uns aufbauten, weitergingen. Zwischen den Latschen war schon eine dicke Raureifschicht vorzufinden. Nachdem wir kurz einmal den falschen Steigspuren gefolgt waren, kamen wir jedoch hinaus in die wärmende Sonne. Bald erreichten wir die riesigen schneegefüllten Dolinen am Beginn des Schneeloch-Kares. Besonders beeindruckend während des gesamten Aufstieges ist der markante dem Festkogel vorgelagerte Turm. Nach einem kurze Abstieg ins Kar geht es steil los, zuerst über ein Rasenband nach Westen querend und dann einmal fast senkrecht 10m empor, vorbei an einem Felsen mit dem Wegweiser "zum Schilift" zu einer 1m breiten Felsspalte, die über einen eingeklemmten Felsblock überquert wird. Weiter geht es mit leichteren Kraxeleien zuerst in einer wenig ausgeprägten Schlucht, weiter oben über ein steiles Karrenfeld sich von Markierung zu Markierung handelnd hinauf auf den Gipfelgrat, der Festkogel und Hochtor verbindet. Über eine letzte Kletterstelle gelangten wir schließlich um 10:25 auf den Gipfel, des Königs der Ennstaler Alpen, wo sich uns ein Panorama der Sonderklasse eröffnete. Man kann getrost behaupten, dass man von dort oben Zweidrittel von Österreich überblickt: von Großglockner bis Schneeberg, vom Mühlviertel bis zu den Karnischen Alpen. Für einen Sonntag bei absolut perfektem Wetter war mit etwa 15 Leuten so gut wie nichts los. Ein eisiger Wind zog vom Haindlkar herauf, der uns zwang die Jause mit Blick nach Süden zu uns zu nehmen. Im Ennstal lag noch eine flauschige Nebelschicht. Nach einer Stunde machten wir uns an den Abstieg über den Josefinensteig, welcher zuerst auf der Südwestseite des Südostgrates auf einem mehr oder weniger breiten Felsband entlangführt. Während der Anstieg über das Schneeloch keine Sicherungen enthält, ist der Josefinensteig mit mehr oder weniger sinnvollen Drahtseilen ausgestattet. Nach einem kurzen Fehlritt erreichten wir den markanten Kopf des Südostgrates, der von der Hess-Hütte aus gesehen am höchsten erscheint. Von diesem führt der Weg in der Direttissima steil hinunter die hohen Felsstufen im unteren Teil durch unschwierige Durchstiege überwindend zur Hess-Hütte. Nach einer kurzen Rast wanderten wir im Eilzugstempo und mit einer amphibischen Begegnung auf der Kreuzungswiese zurück nach Johnsbach, von wo wir um 15 Uhr wieder heimwärts aufbrachen.


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