Ybbstaler Alpen
Österreich
2003

Gr. Ötscher


2. 9. 2003

Peter und Otto Schrammel, Georg Schreil

Wetter

bedeckt, Nebel, dann leicht bewölkt

Bewertung

*****: über den Rauhen Kamm auf den >Vaterberg< des Alpenvorlands

Wegverlauf

Raneck, 954m, Bärenlacken, 948m, Gr. Ötscher, 1893m, Ötscher-Schutzhaus, 1418m, Weitental, 844m

Höhenmeter

1073m (-1181m)

Weglänge

13km

Zeitaufwand

5 1/4 h (3/4 + 1 3/4 + 1 + 3/4)

Kondition

F

Schwierigkeit

I+: (siehe Bericht) Durchstieg erstes Band tw. brüchig und plattig I-, dann mehrere kleinere Stufen I- bzw. I, ein 10m hoher Felsaufschwung I, auf den Gratkopf (1760m) über Bänder I-, dann auf schmalem Grat immer wieder kleinere (2-3m) Stufen I, eine davon I+ (ein Eisenstift und ein Haken), letzte Steilstufe verschiedene Varianten I- bis I

Gefährlichkeit

6: bis zum Kamm Steilwiesen 3, im ersten Stück bis zur Abzweigung Steilabbruch links 4, bis auf den Gratkopf (1760m) wenige Stellen 4, dann auf schmalem Grat durchwegs 5-6, Abstieg 1-2

Besucheraufkommen

c: auch wochentags mäßiger Ansturm über den Normalweg

Bericht

Der Wetterbericht verhieß einen schönen Tag. Um 8 Uhr trafen wir uns mit Georg in Lackenhof, stellten seinen Bus beim Sessellift ab und fuhren weiter nach Raneck. Von dort wanderten wir leicht auf und ab hinüber zu den Bärenlacken, dann steil über einen etwas unglücklich markierten, verwirrenden, abschneiderreichen Weg stets gespannt die zügig nach Süden hinaufziehende Nebelsuppe beobachtend aufwärts. Immer wieder waren uns auch sonnige Blicke in die Vorderern Tormäuer vergönnt. Zuletzt führt der Weg über eine steile feinschottrige Wiesenquerung hinauf zum Kamm, von wo wir freie Aussicht nach Süden Richtung Mitterbach und in die Ötschergräben erlangten. Kammaufwärts hielt sich der Nebel allerdings hartnäckig. In langsamem Tempo strebten wir den Kamm aufwärts, um vielleicht doch noch das Aufreißen zu erleben. Im ersten Teil des Grates führt der Weg auf der Nordseite unter steilen Felswänden vorbei. Danach ist ein erstes ca. zehn Meter hohes Felsband zu durchsteigen, weiter gehts kaum an Höhe gewinnend, immer wieder kleinere Felsstufen erklimmend, an den massigen Höckern immer nördlich vorbei. Dann war eine kurze stufige Felswand zu überwinden und wir gelangten auf der Südseite mit geringen Schwierigkeiten über kleine Felsbänder aufwärts und auf Wiesenbändern querend auf den markanten Gratkopf. Von dort an wird der Grat ganz schmal, teilweise ziemlich ausgesetzt immer wieder über beinahe senkrechte zimmerhohe Felsabsätze dem letzten Steilaufschwung entgegen, wo wir schon kleinere Schneeflecken zu sehen bekamen. Oben auf der leicht angezuckerten Hochfläche angelangt befand sich dicker Rauhreif auf den Grasbüscheln. Leicht auf und ab - manchmal schon aufreißend, dann wieder völlig im Nebel - erreichten wir kurz vor Mittag den Gipfel. Die Gipfeljause war eine ziemlich eisige Angelegenheit, so dass es uns um halb eins schon wieder ins Tal trieb. Kaum waren wir zehn Minuten vom Gipfel weg, war der gesamte Nebel aus dem Norden abgezogen, nach und nach wurde es auch im Süden besser und bald konnten wir einigermaßen weit ins Alpenvorland sehen. Nur der Ötscher-Gipfel selbst wurde immer wieder in Wolken gehüllt. Einmal einen Moment unachtsam stolperte Papa über einen Felsen und entschied sich dann, die letzten 600 Höhenmeter mittels Sessellift zurückzulegen. Um 14:45 fuhren wir mit einer Kaffeepause am Grubberg wieder heim.


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