Dachsteingebirge
Österreich
2003

Um und über den Gosaukamm


9. 8. 2003 - 10. 8. 2003

Peter, Elfriede und Otto Schrammel

Wetter

1. Tag: heiß, leicht bewölkt, Gewitter am Abend, 2. Tag: wolkenlos

Bewertung

*****: verschärfte Gosaukammumrundung - ein absoluter Salzkammergut-Klassiker

Wegverlauf

1. Tag: Vorderer Gosausee Parkplatz, 880m, Steiglpass, 2018m, Steiglkogelscharte, 2140m, Steiglpass, 2018m, Hofpürglhütte, 1705m; 2. Tag: Hofpürglhütte, 1705m, Stuhlalm, 1467m, Hoher Strichkogel, 2034m, Steinriesenkogel, 2008m, Abzweigung Gr. Donnerkogel, 2000m, Bergstation Zwieselalmbahn, 1482m

Unterküfte

Hofpürglhütte, 1705m

Höhenmeter

2621m (1. Tag: +1489m/-536m, 2. Tag: +1132m/-734m)

Weglänge

27km (1. Tag: 12km, 2. Tag: 15km)

Zeitaufwand

11h (1. Tag: 4 3/4h (3 1/2 + 1/2 + 3/4), 2. Tag: 6 1/4h (2 1/2 + 1 1/2 + 2/3 + 1/3 + 1 1/4))

Kondition

EF

Schwierigkeit

B-C, I: am Steiglweg eine Felsstufe 0+, bis zur Steiglkogelscharte brüchig I- (siehe Bemerkungen und Bericht), auf den Hohen Strichkogel 0+, Überschreitung (oft drahtseilgesichert) zum Steinriesenkogel durchwegs B/I, zwei Stellen am Grat B-C, zum Donnerkogel eine Wand B-C, Abstieg vom Donnerkogel mühsam viele Platten 0+

Gefährlichkeit

6: Steiglweg 4, Austriaweg eine Querung 3, Steinriesenkogel-Überschreitung 6

Besucheraufkommen

c: am 1. Tag viele Steiglweg-Absteiger, am 2. Tag einige Steinriesenkogel-Überschreiter

Bemerkungen

Der Weg auf den Steiglkogel wird offensichtlich nicht gepflegt und ist wegen der durchwegs starken Brüchigkeit des Gesteins problematisch. Die Steiglkogelscharte ist noch ohne große Schwierigkeiten zu erreichen. Der weitere Weg - obwohl es nur ca. 50 Höhenmeter sind - (maximal I+, Gefährlichkeit 6) ist ohne vollwertige Sicherung derzeit nicht zu empfehlen; wäre eine benützbare Drahtseilsicherung vorhanden, wäre der Aufstieg für erfahrene Bergwanderer ein geringes Problem.

Bericht

Eigentlich wollten wir diese Tour schon letztes Jahr machen, allerdings fiel sie dann dem Hochwasser zum Opfer. Um 10:45 brachen wir von den schon reichlich gefüllten Parkplätzen am Vorderen Gosausee auf. Die leichte Bewölkung und der starke Dunst waren zwar nicht ganz das Wetter, das wir uns vorgestellt hatten, aber es konnte ja nur besser werden. Nach kurzen steilen Serpentinen durch den Wald führte uns der Steiglweg auf der Nordostseite des Gosaukammes entlang immer höher hinauf. Mehrere Gruppen kamen uns entgegen, die schon fast am Ende der Tour in entgegensetzter Richtung angelangt waren. Je weiter wir auf dem schönen immer wieder mit großartigen Blicken in die Türme und Wände des Gosaukammes aufwartendenden Weg stets Gabelkogel und Kopfwand im Blick habend vorankamen, umso mehr löste sich der Dunst auf, ließ uns aber umso mehr schwitzen. Unter dem Gabelkogel ist ein kurzer Abstieg notwendig in eine breite Felsgasse mit Doline; unter der mächtigen Kopfwand geht es dann wieder über einige harmlose Felsstufen hinaus; weiter über Karren an einer tiefen, schneegefüllten Doline vorbei nun das kühn geformte Nordende des Steiglkogels, den Schneegrubenturm, ins Blickfeld rückend dem Steiglpass entgegen, den wir vor 15 Uhr erreichten. Die Sicht nach Süden in die Niederen Tauern war aber noch 'unterm Hund'. Da unser Tagesziel schon greifbar nahe war und wir noch genügend Zeit hatten, schlug ich vor noch einen Abstecher auf den Steiglkogel zu machen. Nach der ersten rutschigen Grabenquerung widmeten sich meine Eltern der Jause, während ich mir den Weg, falls man die sehr schottrig in einem Kar kreuz und quer aufwärtsführenden Steigspuren so nennen konnte, genauer anschauen wollte. Das letzte Stück bis zur Steiglkogelscharte ist etwas steiler, schmale brüchige Tritte und Griffe bieten den notwendigen Halt. Von oben hatte ich eine gute Sicht zum Gosaugletscher und Torstein. Den Rucksack zurücklassend schaute ich mir den weiteren Weg an, kehrte aber nach 10m wieder um, da das Drahtseil komplett ausgerissen in der Tiefe baumelte und in der Steilrinne auf den ersten Blick kein einziger verlässlicher Griff oder Tritt zu finden war - ohne Sicherung ungangbar, zu riskant. So stieg ich wieder ab und genoss die Jause gegenueber der Bischofsmuetze und dem Daeumling. Steil aber breit gings auf der Südseite des Steiglpasses hinunter und dann leicht auf und ab zur Hofpürglhütte, wo zur selben Zeit auch noch einige andere Gruppen eintrafen. Nach Beziehen des Lagers, das uns von der resoluten Hüttenwirtin zugeteilt worden war, genossen wir auf der Terasse in der Abendsonne die allmählich aufklarende Sicht. Zum Abendessen machten wir es uns dann in der Stube gemuetlich. Ploetzlich wurde es innerhalb einer Viertelstunde dunkel, schnell wurden noch die Blumenkisterln in Sicherheit gebracht und dann blitzte und krachte es schon heftigst. Am nächsten Morgen hatte es dann völlig ausgeputzt; zumindest die Fernsicht von den Niederen Tauern bis zum Hochkönig war ganz passabel. Nach dem Frühstück brachen wir nach 8 Uhr in Richtung Stuhlalm auf. Kurz vor 11 Uhr kamen wir dort gemütlich immer wieder das Panorama in uns hineinsaugend an. Von oben koennte es noch schoener sein, und so ging es weiter auf den Hohen Strichkogel, auf dem wir etwas beengt jausneten. Weiter zum Steinriesenkogel sind einige schoene Kletterstellen, zuletzt am Grat auch ziemlich ausgesetzt zu überwinden; eine weitere Kletterstelle gibt es noch in den Ausläufern der Donnerkogel-Suedostwand. Der Abstieg vom Donnerkogel war in Folge der fortschreitenden Ermüdung - immerhin hatten wir in den letzten beiden Tagen schon einige Höhenmeter in den Wadeln - ziemlich mühsam. Um 16:45 nahmen wir die Gondel hinunter zum Gosausee. Nach einer Erfrischung freuten wir uns schon auf ein wohltuendes Bad im Attersee.


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