Dachsteingebirge
Österreich
2026

Mittlerer Mandlkogel


11. 7. 2026

Rudolf Schreil und Peter Schrammel

Wetter

sonnig, Quellwolken

Bewertung 

****: Etwas mühsam zu erklimmender Adlerhorst

Wegverlauf

Annaberg im Lammertal, Parkplatz Pommer, 975m - Stuhlalm, Sattel, 1502m - Mittlerer Mandlkogel, 2268m - Stuhlalm, 1467m - Parkplatz Pommer

Höhenmeter

1383m

Weglänge

11km

Zeitaufwand

5h20 (1:15 + 1:40 + 1:45 + 0:40)

Kondition 

F

Schwierigkeit 

I+: ein paar kleinere Felsstufen und blockiges Gelände bis zum Abstieg in die Mandlkogelschlucht 0, Abstieg in die Mandlkogelschlucht eine plattige Querung und ein paar Stufen I-; in der Schlucht Geröll und Blöcke, tw. steil, mühsam 0+; Gipfelaufbau: zu Beginn eine grasige Hangquerung, dann eine Rinne 0+, dann Querung nach Süden auf einen grasigen Hang 0+, auf diesem zum Grat: auf der Westseite bleibend durchwegs I-, eine Stelle über eine Rippe I+, dann auf die Ostseite wechseln und auf breiter Rampe zum Gipfel I-.

Gefährlichkeit 

5: Abstieg in die Mandlkogelschlucht kurze Querung 4, Gipfelaufbau 4, Gipfelgrat 5, Querung vor dem Gipfel auf breiter Rampe entlang der Ostabstürze 5, ansonsten <2. Der Gipfelbereich ist sehr beengt!

Besucheraufkommen 

c: außer uns noch 3 andere auf dem Mandlkogelsteig, aber einiges los auf der Stuhlalm

Bemerkungen

Es ist auch möglich, die Rinne direkt weiter hinaufzuklettern und dadurch den Grat erst nach der Rippe zu erreichen (durchwegs II). Die Kletterstellen im Gipfelbereich erfordern besondere Vorsicht, da der Fels etwas brüchig ist.

Bericht

Nachdem ich vor ein paar Jahren auf dem Angerstein war, fehlte mir nur mehr ein Gipfel im Gosaukamm, auf den ein markierter Weg führt: der Mittlere Mandlkogel. Rudi hatte an diesem Samstag Zeit und so fuhren wir gemeinsam über den Pass Gschütt vorbei am Annaberger Schigebiet zum Parkplatz Pommer. Ein offener Schranken verleitete uns gleich den ersten Parkplatz zu nehmen; wir hätten aber noch zum zweiten größeren Parkplatz fahren können. Um 7 Uhr 20 marschierten wir los, der Forststraße etwas absteigend in den Rauchbachgraben folgend. Dabei übersahen wir fast einen Frosch, der gut getarnt auf der Straße hockte. Vor uns war eine Wandergruppe, die in Richtung Steinbruch abbog. Da auf der Karte von der aber kein Weg weiterführen würde, bogen wir rechts ab und wechselten auf die andere Bachseite. Später sahen wir die Gruppe allerdings vor uns; es muss also doch einen Abschneider geben. Ein erstaunlich schöner Waldweg führte uns dann hinauf zu den Ausläufern der Stuhlalm, wo sich der Blick auf die düsteren, schattigen Felstürme rund um Zahring und Stuhlloch auftat. Wir folgten der von den Kühen geformten Almwiese zum Sattel, von wo wir Richtung Mandlkogel abzweigten. Es war nach 8 Uhr 30. Der erste Teil des Anstiegs war mir schon vom Angerstein bekannt. Von einem Birkhahn konnten wir nur die Schwanzfedern sehen, bevor er sich in die Latschen zurückzog. Nach der Weggabelung gelangten wir über Wurzelwerk ins Angersteinkar und von dort über Blöcke und Latschengassen hinüber zur Gamsfeldklamm, einer von gewaltigen, glatten Felswänden beflankten Schlucht, die von den Mandlkögeln nach unten hin steiler werdend herunterzieht. Die Gipfel westlich und östlich der Rinne werden in manchen Beschreibungen als Glatscherofenkogel und Zahringkogel bezeichnet. Um zum Grund dieses Steilkares zu gelangen, mussten wir zuerste absteigen. Wir machten eine kurze Pause und genossen den fast schon zu kühlen Schatten. Dann ging es einen Schritt nach vor, zwei zurück über das lose Geröll aufwärts. An einer Stelle verengt sich die Schlucht. Wir suchten den Weg über den soliden Fels, wo dies möglich war. Nach einer blockigen Flachstelle wurde es noch einmal so richtig unangenehm erdig-fein-schottrig. Dann war des grasige Gamsfeld-Hochplateau erreicht. Hier wurde uns erst bewusst, wie schwierig dieses Plätzchen zu erreichen ist, rundherum glatte Felsschultern, schroffe Kämme und steile Abstürze. Den schrofigen Vorgipfel, den ich vom Angerkogel aus für den Mandlkogel hielt, ließen wir links liegen und querten hinüber zum Gipfelaufbau des Mittleren Mandlkogels, den wir durch sein Gipfelkreuz identifizierten und der aussieht, als würde er jeden Moment auseinanderbrechen. Der südlich vorgelagerte, glatte Felsgupf wird in manchen Beschreibungen als Geisterkogel bezeichnet. Nachdem wir eine Scharte erreicht hatten, die wild in die Nordwände abbricht, querten wir eine Wiese auf Trittspuren zum Einstieg in die Aufstiegsschlucht hinüber. Nach dieser leiteten uns die Markierungen auf eine weitere, unten in eine kleine Felswand abbrechend Steilwiese, die oben am Grat endet. Der Grat fällt nach Osten mehrere hundert Meter in die Weite Zahrung ab. Wir hielten uns auf den Schrofen der Westseite. Die Kraxelei war nicht schwierig, der Fels aber oft brüchig. Nach dem Überklettern des Vorgipfel, wurde der Blick auf eine Felsloch und das dahinterliegende Gipfelkreuz frei, wo uns eine breite ausgesetzte Rampe hinführte. Ein Bergsteiger kam uns dort im Abstieg entgegen. Es war 10 Uhr 30. Der Gipfel ist sehr beengt; die Aussicht aber gewaltig von den Tauern übers Tennengebirge und den Untersberg, die Salzkammergutberge bis zum nahen Dachstein. Der etwas höhere Südliche Mandlkogel blockiert allerdings die Sicht zum Hohen Dachstein. Der Angerstein wirkt winzig von hier oben. Ein paar Quellwolken waren aber bereits aufgezogen und trübten die Fernsicht ein wenig. Nach der Gipfeljause hatte auch der Wind angezogen. Man konnte zuschauen, wie sich die Wolken binnen Minuten bedrohlich über den Zacken des Gosaukammes auftürmten. So machten wir uns um 11 Uhr ans Abklettern. Zwei Bersteiger kamen uns entgegen, die den Grat auslassend direkt zum Vorgipfel kletterten. Rudi war der Grat auch nicht geheuer und probierte andere Varianten. Der Abstieg im Kar war ebenso mühsam wie der Aufstieg. Gut, dass keine anderen Wanderer unterwegs waren; so mussten wir nur aufpassen, das wir uns nicht gegenseitig mit Steinen abschossen. Der warme Aufwind blies uns durch die Klamm entgegen. Sobald wir aus dem Schatten waren, wurde es so richtig heiß. Um 13 Uhr passierten wir die Stuhlalm, genossen noch einmal kurz den tollen Ausblick und marschierten rasch den Waldweg hinunter zurück zum Parkplatz. Gegen 14 Uhr waren wir schon wieder auf der Rückfahrt einem kühlenden Seebad entgegen.



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