Pragser Dolomiten
Italien
2014

Kleine Gaisl


28. 3. 2014

Haberfehlner Georg, Peter Schrammel

Wetter

sonnig, ein paar Wolken

Bewertung

*****: sehr lange Tour im Herz der Dolomiten

Wegverlauf

Pragser Wildsee, 1490m - Cocodain-Scharte, 2332m - Rote Wand, 2605m - Kl. Gaisl, 2859m - Cocodain-Scharte - Pragser Wildsee

Höhenmeter

1724m

Weglänge

20km

Zeitaufwand

6 1/4h (2 1/2 + 1 1/4 + 3/4 + 1 + 3/4)

Kondition

G

Schwierigkeit

III: <35° im nabigen Loch auf 150m, 30-33° Querung/Abfahrt nach der Cocodain-Scharte, 35-37° auf 150m auf die Hochfläche der Roten Wand

Gefährlichkeit

4-5: Abstürze zu beiden Seiten der Roten Wand; Gipfelbereiche

Besucheraufkommen

b

Bemerkungen

LW 2: 30-40cm sich setzender Pulver in den Nordhängen

Bericht

Für diesen Tag war das Wetter besser angesagt. Unser Plan war zum Pragser Wildsee zu fahren und auf den Seekofel aufzusteigen. Gegen 9 Uhr waren wir am See angekommen. Die Landschaft ist so großartig, dass einem die Luft wegbleibt. Die Nordwand des Seekofel war von den Schneefällen der Vortage weiß angeweht. Wir folgten den Spuren quer über den See. Eine Karawane war vor uns, bog aber bald ab und stieg direkt über den Nordwesthang zum Gr. Jaufen auf. Wir stiegen gerade durch das Nabige Loch auf die Hochfläche. Nach kurzem Höhenverlust in eine Senke folgten wir weiter den Spuren. Viel zu spät bemerkten wir, dass wir schon viel zu weit waren. Wir hätten schon von der Senke direkt zum Fuß des Seekofel Nordostgrates aufstiegen müssen. Wir überlegten, ob wir eventuell auf dem welligen Balkon nordöstlich der Ofenmauer zum Südostgrat des Seekofel queren könnten. Da eine Spur zur Ofenmauer zu führen schien, entschieden wir uns für diese weniger anstrengende Option. Nun hatten wir genug Zeit, den Südostgrat zu begutachten. Da dies in erster Linie nach Auf- und Abstieg mit Steigeisen aussah und es schon gegen 12 Uhr war, planten wir schließlich um und spurten zur Cocadain-Scharte, um weiter auf die Kleinen Gaisl zu gehen. Von der Scharte aus schaute der steile Nordhang zum Rücken der Roten Wand ganz schön beeindruckend und spannend aus. Wir zögerten kurz, analysierten die Schneezeichen und entschieden uns dafür. Wir querten hinunter in das Kar durch den bereits aufgeheizten Südwesthang. Der Nordhang ist zwar steil, schaute nun aber von den Bedingungen her klar machbar aus. Georg spurte voraus. Es war weniger Schnee im Hang als erwartet. Der Aufstieg war bis auf ein paar glatte Stellen nach oben hin problemlos. Wir folgten den von zwei Felsabstürzen flankierten Rücken über die Rote Wand und kurz hinunter in eine Scharte. Von dort spurten wir in weiten Spitzkehren den endlosen Gipfelhang hinauf. Um 14 Uhr erreichten wir den Gipfel, der kein Gipfelkreuz besitzt. Die Wolken wurden schon ein bisschen dichter, aber es gab noch passable Sicht auf die umliegenden mächtigen Dolomitenberge, allen voran die Gr. Gaisl. Bei der Abfahrt hatten wir tadellos lockeren Pulver auf dem Gipfelhang, dann Sulz bis zur Einfahrt in den Nordhang. Im Nordhang cruisten wir die tollen 20cm flockigen Pulver hinunter. Dann diskutierten wir kurz, wo wir am besten wieder hinauf zur Cocodain-Scharte aufsteigen sollten, da der Südhang zwei Stunden davor schon ganz schön weich war. Wir entschieden uns für die kürzeste, wenn auch etwas steilere Variante. Unter leichtem Knarren waren wir in 15 Minuten wieder oben. Nun galt es eine Abfahrtslinie mit möglichst wenig Gegenanstieg über die Hochfläche zurück zum Nabigen Loch zu finden. Wir hielten uns entlang der schattigen Nordabhänge, wo immer noch toller Pulver für den einen oder anderen Schwung zu finden war. Zuletzt mühten wir uns den Gegenanstieg aus dem Kessel hinauf, bevor wir an den Seitenwänden des Nabigen Lochs abfuhren. Nach unten hin wurde der Schnee immer schlechter. Die Überquerung des Sees schien endlos. Um 16:15 waren wir beim Auto. Wir hielten in Außerprags für einen Radler in der Sonne. Dort trafen wir zwei andere Mostviertler, die zufällig in der Gegend waren und die tolle Rinne nordwestlich des Seekofels gemacht hatten.


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